Hessen aktiv: 100 Schulen für den Klimaschutz

30.06.2010 - Lampertheimer Zeitung

Einweihung Solaranlage am Lessing-Gymnasium spendet Energie und Schatten

Zwei Fliegen mit einer Klappe
Lampertheim

2007 begann der Bau der Solaranlage auf dem Dach des Lessing-Gymnasiums. Am Dienstag konnten die 270 Quadratmeter Fotovoltaik endlich eingeweiht werden. Zu diesem Anlass gab es eine kleine Feier in der Mensa der Schule, bei der auch Landrat Matthias Wilkes erschien und die Charta zur „Schule für den Klimaschutz“ unterschrieben wurde.
Schulleiter Dr. Jürgen Haist sagte zu Beginn der Feier: „Heute ist die Repräsentanz derer, die mitgeholfen haben, zugegen.“ Er stellte auch sogleich klar, dass der Förderverein den Erlös erhalte und die Leistung an EWR verkauft werde. „Wir beziehen unsere Energie aus einem Gaskraftwerk, da würden die Solarzellen lange nicht ausreichen“, so der Direktor. Zu einer Erweiterung der Fotovoltaikanlage äußerste sich Haist folgendermaßen: „Wir haben ja noch Dachfläche zur Verfügung, die genutzt werden kann.“ Den Schulbedarf an Energie durch die Dachkonstruktion zu decken, sei jedoch noch Wunschdenken: „Dafür muss sich die Technik noch wesentlich verbessern. Die Warmwasserproduktion wäre aber beispielsweise ein nächstes erstrebenswertes Projekt.“
Auch Landrat Wilkes meldete sich zu Wort: „Es ist wichtig, dass eine dieser unendlichen Energieformen Eingang in schulische Einrichtungen findet.“ Er sei froh, dass Technik und Pädagogik am Lessing-Gymnasium erfolgreich zusammengeführt wurden, denn zwei Drittel der Bewirtschaftungskosten müssten für Energie aufgewandt werden - und diese werde immer teurer. Anschließend zeigte Volker Schlappner eine Diashow. Als Vertreter von Schlappner Elektro GmbH wusste er über Konstruktion, Montage und Umsetzung der Anlage Bescheid. Eine Dünnschichtanlage sollte Platz auf den Dächern des Gymnasiums finden.
Auf Haupt- und Bürogebäude wurde eine Parallelmontage angefertigt, die eine Gesamtleistung von 12,96 Kilowatt-Peak aufweist. 65 Quadratmeter konnten außerdem als Verschattung angefertigt werden. Zwischen April und September wurde die direkte Sonneneinstrahlung in den südlich ausgerichteten Klassenzimmern vermindert. „Ich habe auch schon positive Rückmeldungen erhalten. Die Temperatur sei in den Räumen deutlich zurückgegangen“, so Schlappner. Auch die Sicherheit wurde nicht außer Acht gelassen: Stahlseile halten das Gebilde und wurden unterhalb des Moduls angebracht, so dass bei schwerem Hagel oder anderen externen Faktoren keine der Zellen herunterfallen kann. Wie viel Kohlendioxid tagtäglich eingespart wird, ist auf einer Tafel am Eingang ersichtlich. Mittlerweile seien es schon 14 Tonnen.
Bei der Veranstaltung waren auch einige Schüler beteiligt und stellten ihre Ideen vor. Ob Verstärkung der Effizienz von Solaranlagen durch Trichter und damit 100-prozentige Leistungssteigerung, Turbinen in Regenrinnen zur Stromerzeugung oder Minibiogasanlage - die Jugendlichen beschäftigen sich schon jetzt eifrig mit dem Energieproblem.
Unabhängig von der eigentlichen Feier, aber passend zum Thema war auch Edda Mally-Schilling, Mitarbeiterin des Staatlichen Schulamtes des Kreises Bergstraße und des Odenwaldkreises, anwesend. Im Gepäck hatte sie die Charta zum Klimaschutz, welche von all denen, die zu ihrer Erfüllung beitragen sollen, unterzeichnet wurde.