In Hessen ist eine Vielzahl von Organisationen im Klimaschutz aktiv – vom Schulprojekt bis zur Universität, von der kommunalen Initiative bis zum europäischen Netzwerk.
Der Kampf gegen den Treibhauseffekt ist derzeit das zentrale Thema der Umweltbewegung – auch in Hessen. Zahlreiche Verbände, Forschungsinstitute und Bildungseinrichtungen im Land widmen sich dem Klimaschutz. Dabei verfolgen sie denkbar unterschiedliche Ansätze und suchen Antwort auf verschiedene Fragen. Aus der Vielzahl hessischer Klimainitiativen stellen wir hier eine – nicht vollständige – Auswahl vor, die keinerlei Bewertung der Initiativen darstellt.
Für Schul-Klimatisten
Die Initiative „Klima-Boot2009“ wendet sich an Schüler in Nordhessen. Sie veranstaltet Workshops an Schulen und anschließend „Klimakonferenzen“, zu denen auch die Eltern eingeladen sind. Die Schüler sollen in der Schule aber auch zu Hause versuchen, praktisch zum Klimaschutz beizutragen – zum Beispiel durch einen sparsamen Umgang mit Energie und Rohstoffen. Denn Klimaschutz geht alle an: Die Initiative sensibilisiert junge Menschen für die Fragen des Klimaschutzes und erarbeitet gemeinsam mit ihnen klimafreundliche Handlungsalternativen, die im (Schul-)Alltag umsetzbar sind.
Die Initiative „Umweltlernen in Frankfurt“ wiederum regt Jugendliche an, mit Messgeräten den Strom- und Wärmeverbrauch ihrer Schulen zu untersuchen und Energielecks aufzuspüren. Allein im Jahr 2008 haben so 50 Frankfurter Schulen ihren Energieverbrauch um 4700 Megawattstunden gesenkt. Projekte zu den Themen Klima und Energie an Schulen bieten zudem die Verbraucherzentrale Hessen und das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HERO) an.
Für Freizeit-Klimatisten
Frankfurt ist der Sitz einer ganz besonderen Klimaschutz-Organisation: Hier arbeitet die Zentrale des Klima-Bündnisses. Dies ist ein Netzwerk von 1.500 europäischen Städten, Gemeinden und Landkreisen, die sich nach der Devise „global denken, lokal handeln“ dem Schutz des Weltklimas verpflichtet haben. Bündnispartner sind einerseits die Kommunen, die daran arbeiten, ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, andererseits indigene Völker im Regenwald Amazoniens. Denn dieser spielt eine Schlüsselrolle im globalen Klimageschehen und wird nicht zuletzt durch Holzeinschlag zerstört. Deshalb verzichten die im Klimabündnis zusammengeschlossenen Kommunen auch auf Tropenholz.
Ebenfalls auf der Ebene der Städte und Gemeinden setzt die Idee der „Lokalen Agenda 21“ an. Diese kommunalen Aktionsprogramme orientieren sich an der „Agenda 21“, den 1992 auf dem Erdgipfel in Rio beschlossenen globalen entwicklungs- und umweltpolitischen Handlungszielen. Als besonders aktiv im Rahmen der „Lokalen Agenda 21“ hat sich Darmstadt hervorgetan. Zu den vielen Projekten der Stadt zählt etwa das Vorhaben, 100 Passivhäuser zu errichten. Diese ausgeklügelten Gebäude verbrauchen 80 Prozent weniger Heizenergie als konventionelle Neubauten.
Darüber hinaus arbeiten auch überregionale Organisationen wie Greenpeace, BUND und VCD vor Ort in Hessen zum Thema Klimaschutz.
Für Wissenschafts-Klimatisten
Hessische Wissenschaftler beteiligen sich an der Klimaforschung – von der regionalen bis zur globalen Ebene. Das „Fachzentrum Klimawandel in Hessen“ ist im Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) angesiedelt und koordiniert seit 2008 Forschungsarbeiten, bei denen es um die Folgen der Erderwärmung für Hessen sowie die Entwicklung von Anpassungsstrategien geht.
Grundlagenforschung betreibt das „Institut für Atmosphäre und Umwelt“ der Goethe-Universität Frankfurt: Hier erkunden Wissenschaftler zum Beispiel, wie sich bestimmte flüchtige Kohlenwasserstoffe auf das Klima auswirken und erforschen Wechselwirkungen in der Atmosphäre, um die Computermodelle der Klimaforscher zu verbessern.
Das Interesse der Forscher im Fachbereich „Klimatologie, Klimadynamik und Klimawandel“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen gilt besonders dem Blick in die Vergangenheit. Aus Klimaveränderungen und extremen Wetterereignissen früherer Zeiten versuchen sie Schlüsse zu ziehen, die beim Verständnis heutiger Prozesse weiterhelfen können.
Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e.V.