Der Hintergrund
Kinder im Grundschulalter durchlaufen eine Entwicklungsphase, die nicht immer einfach ist. Sozial benachteiligte Kinder – darunter besonders auch Kinder mit Migrationshintergrund – können in der Schule durch negatives Sozialverhalten, aber auch durch Lernschwächen beim Schreiben, Lesen oder Rechnen auffallen. Oft sind es mangelnde Aufmerksamkeit und das daraus entwickelte geringe Selbstwertgefühl, das die Kinder bedrückt und sie zu Außenseitern oder „Sorgenkindern“ werden lässt.
Die Ziele
Um den Kindern auch außerhalb der Schule eine Chance zu eröffnen, sich ihren positiven Anlangen gemäß zu entwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, vermittelt „Balu und Du“ Mentoren (junge Erwachsene, Studierende pädagogischer Fächer oder Schüler der Sekundarstufe II) an Grundschulkinder. Die Kinder („Moglis“) machen dank ihrer Paten („Balus“) neue Erfahrungen und erhalten außerschulische Lernanregungen. Hausaufgabenhilfe steht nicht im Mittelpunkt des Programms, stattdessen soll Lernfreunde geweckt werden. Das Programm wird wissenschaftlich begleitet. „Balu und Du e.V.“ möchte so einen Baustein für eine solidarische und kinderfreundliche Gesellschaft legen.
Was das Projekt leistet
Ein Jahr lang treffen sich Balus und Moglis wöchentlich, um gemeinsam neue Erfahrungsfelder zu entdecken und Verschiedenes zu unternehmen. Die Treffen werden mit den Eltern und ihrem Kind individuell abgestimmt. Oft gibt es auch in der unmittelbaren Wohnumgebung viel zu erleben – durch die Natur streifen, Spielplätze und Parks besuchen, schwimmen gehen, die Bücherei erkunden, mit dem Bus fahren, ins Kino gehen. Wichtig ist, dass Betreuer und Kind viel Spaß miteinander haben, egal ob beim Backen, Basteln, Malen, Spielen oder Plaudern. Dank der individuellen Betreuung und Aufmerksamkeit, die die Mentoren im Laufe der Zeit auch in den Rang eines älteren Bruders oder einer großen Schwester wachsen lassen können, steigt das Selbstwertgefühl der Kinder. So verbessert sich außer dem Sozialverhalten oft die Lernfähigkeit in der Schule und die Eigenmotivation der Mogli-Kinder nimmt zu.
Die Balus schreiben ihre Erfahrungen wöchentlich in einem geschützten Online-Tagebuch nieder, so kann eine dichte Begleitung sowie die Evaluation des Programms sichergestellt werden. Das Projekt dient der Professionalisierung der Studierenden sowie dem Ausgleich sozialer Benachteiligungen und individueller Beeinträchtigung der Kinder.
