Der Hintergrund
Jugendliche sind häufig damit überfordert, sich konsequent mit dem Thema Berufsfindung auseinanderzusetzen. Bei Hauptschülern findet aus sehr unterschiedlichen Gründen häufig keine intensive Unterstützung durch die Eltern beim Übergang Schule - Beruf statt. Aufgrund eventueller Sprachbarrieren, fehlendem Wissens bis hin zum Desinteresse sind viele Eltern nicht in der Lage, ihre Kinder ausreichend auf das Berufsleben vorzubereiten.
Insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund stoßen nicht nur während der Schulzeit auf Probleme: Ein direkter und reibungsloser Übergang in die Berufsausbildung gelingt ihnen aus verschiedenen Gründen wesentlich seltener als ihren deutschen Altersgenossen. Dabei sind auch sehr gute Schulnoten kein Garant für einen Ausbildungsplatz. Ein Pate oder eine Patin können wertvolle Unterstützung leisten, damit diese Kinder einen besseren Start ins Berufsleben bekommen.
Die Ziele
Ziel der Patenschaften an der Kurt-Schumacher-Schule ist es, die Jugendlichen bei ihrer persönlichen Lebens- und Berufsorientierung zu begleiten, sie bei der Professionalisierung ihrer aktuellen und künftigen Bewerbungsaktivitäten zu unterstützen und dadurch einen Beitrag zur Verbesserung der Vermittlung in eine Ausbildung zu leisten.
Was das Projekt leistet
Das Patenprogramm an der Kurt-Schumacher-Schule Karben besteht seit 2006 und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil im Schulleben entwickelt. Die Zusammenführung von Schülerin bzw. Schüler und Paten erfolgt durch die Vermittlung der Koordinatorin Bettina Kreutz, Mitarbeiterin der Schulsozialarbeit an der KSS, Fachdienst Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Karben. Neben der von ihr gesteuerten Zuordnung nach spezifischen Gesichtspunkten besteht auch eine eigene Wahlmöglichkeit der Schüler/innen, wenn sie z.B. durch Freunde von einem Paten erfahren haben.
Ziel eines ersten Kontaktes zwischen Schüler/in und Paten ist es, eine Vertrauensebene zu schaffen, um darauf gegrundet eine tragfähige Beziehung herzustellen. Neben dem Aufbau einer Beziehung gilt es zu Beginn einer Patenschaft, die Erwartungen von Schüler/-in und Pate zu klären und daraus Ziele sowie Vorgehensweisen für die anstehende Arbeit abzuleiten. Diese werden in einer gemeinsamen Vereinbarung schriftlich niedergelegt.
Die Hilfe, die ein Pate seinem Patenschüler geben kann, orientiert sich an dessen individuellem Bedarf, welcher zu Beginn geklärt werden soll. Auf diese Weise kann ein klarer Auftrag abgeleitet werden, der zugleich die Grenzen der zu leistenden Hilfe aufzeigt. Besonders entscheidend ist es, darauf zu achten, die Ressourcen des Patenschülers oder der Patenschülerin zu erkennen und zu fördern.
Teilbereiche aktiver Patenarbeit können sein:
- Hilfestellungen geben, damit die Schüler/-innen die eigenen Neigungen und Fähigkeiten erkennen, um so deren Berufswahl zu unterstützen
- Mögliche Berufsbilder und Arbeitsbereiche in Bezug auf die bereits erworbenen bzw. noch zu erwerbenden Qualifikation unter Einbeziehung der Interessenslage des Patenschülers/in erkunden
- Schlüsselkompetenzen klären – bei Bedarf über Möglichkeiten der Verbesserung reden und in die Wege leiten
- Firmen kontaktieren zwecks Praktikum /Ausbildung
- Internetrecherche
- Verfassen und Erstellen von Bewerbungsanschreiben sowie Lebensläufen
- Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche
- Kontakte zur Arbeitsagentur bzw. JobKomm herstellen
- Gemeinsamer Besuch von Berufsmessen
