Potenziale entfalten: Bildung für Integration in Hessen

Schule für alle im Landkreis Gießen e.V.

Der Hintergrund

Oftmals müssen Schulkinder in ihrem Lernprozess durch ihre Eltern unterstützt werden. Wenn Eltern diese Unterstützung nicht leisten können – und das ist häufig in Familien mit Migrationshintergrund oder niedrigem sozialen Status der Fall – haben die Kinder schlechte Chancen, in der Schule erfolgreich zu sein.


Die Ziele

Der Verein „Schule für alle im Landkreis Gießen“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die Situation von schulisch benachteiligten Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund zu verbessern und darauf hinzuwirken, dass diese Unterstützung im öffentlichen Schulsystem etabliert wird. Ziel ist es, dass Migrantenkinder und Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern im hessischen Schulsystem genauso erfolgreich sein können wie Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern. Um dies zu erreichen, betreuen Studierende der Universität Gießen Schulkinder mit folgenden Zielsetzungen:
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  • Der Verein möchte erreichen, dass die im Rahmen des Projektes betreuten Schulkinder in der Regelschule verbleiben und dort erfolgreich sein können.
  • Die beteiligten Studierenden sollen die Möglichkeit erhalten, bereits in ihrer akademischen Ausbildung pädagogisch zu handeln, indem sie tiefe Einblicke in die „Lernbiographie“ eines Kindes bekommen und ihre Erfahrungen im Umgang mit den Kindern reflektieren.
  • Es soll eine höhere Sensibilität bei den zuständigen Lehrerinnen für die spezifischen Bedürfnisse der Kinder erreicht werden. Die Lehrkräfte werden dazu ermutigt, neue Wege einzuschlagen, um den Schulerfolg zu erreichen – beispielsweise andere Lehrmethoden, andere Formen der Einbeziehung der Eltern, mehr Kontakt zwischen allen Beteiligten usw.
  • Den Eltern soll ein Bewusstsein vermittelt werden, wie Lernen im System Schule in Deutschland funktioniert und wie sie ihre Kinder gegebenenfalls unterstützen können, auch im Hinblick auf eventuelle kulturelle Unterschiede.


Was das Projekt leistet

Der Verein „Schule für alle“ organisiert, plant, und begleitet konkrete, kontinuierliche und individuell fördernde Maßnahmen zur Unterstützung des Schulerfolgs von Migrantenkinder und Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern an der Schnittstelle zwischen Familie und Schule durch Studierende des Fachbereichs Sozial- und Kulturwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Dazu vermittelt der Verein Patenschaften zwischen Lehramtsstudierenden und BA-Studierenden des Studiengangs „Bildung und Förderung in der Kindheit“ einerseits und Grundschulkindern nicht-deutscher Herkunft und ihren Familien andererseits, um die schulische Situation der Kinder zu verbessern.

Zur Zeit bestehen 15 Patenschaften. Die Initiative wird koordiniert von zwei ehrenamtlichen Koordinatoren und einem ehrenamtlichen Supervisor. Die wissenschaftliche Begleitung findet ebenfalls ehrenamtlich statt.

Die Studierenden verpflichten sich zu einer Lernpatenschaft von mindestens einem Jahr an drei Stunden wöchentlich, zur Teilnahme an monatlichen Fallreflexionen und zum Verfassen eines Abschlussberichtes bzw. einer Examensarbeit oder Thesis in Form einer Fallstudie
über den Lernprozess des Kindes. Die Initiative „Schule für alle“ evaluiert diese Maßnahmen und vermittelt gewonnene Erfahrungen und Erkenntnisse an die Öffentlichkeit.